FAQ / Häufig gestellte Fragen

 
 

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Wir haben eine Berufsfeuerwehr, wozu dann noch eine Freiwillige ?

In Lübeck sind die Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren gemeinsam in das Brandschutz Konzept eingebunden.

Tatsächlich ist es sogar so, das ein Laie oftmals gar nicht richtig zwischen der BF und der FF unterscheiden kann.

Lübeck hat vier Berufsfeuerwehr Wachen und dreiundzwanzig Freiwillige Feuerwehren.

Zu jedem Feuer in Lübeck werden sowohl eine BF Wache sowie die zuständige Freiwillige Feuerwehr alarmiert. Tagsüber werden sogar zwei Freiwillige Feuerwehren alarmiert um den Personalmangel, der durch auswärts arbeitende Feuerwehrangehöre entsteht, auszugleichen.

Die Fahrzeuge der BF und der FF sind gleichermaßen mit "Feuerwehr Lübeck" bzw. "Hansestadt Lübeck - Feuerwehr" beschriftet.

Somit bedarf es schon eines geschulten Auges und etwas Kenntnis um die Fahrzeuge zu unterscheiden.

Dabei kann man nach dem Funkrufnamen gehen. Dieser ist mittels Klebezahlen oder Plexiglasschild am Fahrzeugheck und in der Frontscheibe befestigt. Ist die erste dieser Ziffern einstellig, handelt es sich um eine der BF Wachen. Ist die erste Zahl eine zweistellige Zahl, ist das ein Fahrzeug der FF.

Links BF - Rechts FF

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Bekommt man Geld für die Zeit bei der FF ?

Nein !

Die Freiwilligen Feuerwehrleute in Lübeck bekommen keinerlei Geld oder Zuwendungen für den Dienst den sie leisten.

Einzig die Führungsränge (Wehrführung und Stadtfeuerwehrverband) bekommen eine Aufwandsentschädigung. Diese Personen können damit jedoch häufig nicht alle aufgetretenen Kosten wie Telefonate, Ausdrucke, Kopien, Fahrten mit dem eigenen PKW etc. decken, geschweige denn den enormen Zeitaufwand, den diese Posten mit sich bringen, in irgendeiner Form als "gewinnbringend" zu bezeichnen.

Die geleisteten Dienst-, Arbeits- und Übungsstunden sowie die Zeiten die ein Freiwilliger beim Einsatzdienst verbringt, sind komplett ehrenamtlich und seine Freizeit.

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Welchen Vorteil hat man wenn man bei der FF ist ?

Ein ganz wichtiger Punkt in unserer heutigen Gesellschaft ist, dass es kaum noch jemanden gibt der ohne Hintergedanken für seinen eigenen Vorteil irgendeine Form von Arbeit leistet.

Die Vorteile die für einen Feuerwehrmann dabei herausspringen sind in erster Linie eine sehr gute Kameradschaft. Feuerwehrleute stehen für einander ein und helfen sich gegenseitig weiter falls einer mal ein Problem hat.

Ansonsten ist es für viele Feuerwehrleute einfach gut zu wissen, das sie mit ihrem Hobby und ihrer Freizeit anderen Menschen helfen und aus Notlagen befreien können.

Es ist auch ein außergewöhnliches Hobby, denn welcher Sportverein kann von sich behaupten seinen Mitgliedern die Möglichkeit zu geben sich mit derartigen Geräten und Fahrzeugen zu beschäftigen.

Nicht zuletzt ist es auch eine ganz besondere Mischung aus Action und Gefahr.

Eine Art "Nervenkitzel" ist immer dabei wenn man alarmiert wird und in Richtung Einsatzstelle unterwegs ist.

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Darf man von der Arbeit weg, wenn ein Einsatz ist ?

Laut dem Brandschutzgesetz des Landes Schleswig-Holstein: JA

Aber wem ist geholfen wenn ein Mitglied einer Lübecker freiwilligen Feuerwehr erst 45 Minuten von Hamburg nach Lübeck fahren muss, um am Einsatz teilnehmen zu können?

Die Gemeinde, in diesem Fall die Stadt Lübeck, zahlt dem Arbeitgeber zwar den entstandenen Verdienstausfall wenn ein Mitarbeiter während der Arbeitszeit zum Einsatz weg muss, aber auch hier muss überlegt werden. Ein Kleinbetrieb kann unter Umständen während dieser Zeit gar nicht weiter arbeiten. Einen derartigen Betrieb in die Insolvenz "zu treiben" weil einer der Mitarbeiter mehrfach in der Woche aufgrund eines Feueralarmes die Arbeitsstelle verlassen hat ist in der heutigen Wirtschaft nicht denkbar.

Denn mal ehrlich, welcher Kunde würde einen Handwerker freiwillig seine Arbeit unterbrechen lassen wenn dieser noch mitten in seiner Arbeit steckt?

Natürlich gibt es auch Berufe und Arbeitgeber bei denen es nicht so sehr auf den einzelnen ankommt. Wenn der Arbeitsplatz dann noch in der Nähe der Feuerwehr ist, ist der Feuerwehrmann auch während der Arbeitszeit einsatzbereit und kann helfen.

Ein klärendes Gespräch mit dem Arbeitgeber wie im Falle eines Falles verfahren werden kann, ist immer die beste Lösung.

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Freiwillige Feuerwehr - eh alles Brandstifter !?

Häufig genannter Spruch. Leider wird hier aufgrund vereinzelter Taten eine Pauschalmeinung propagiert, die in erster Linie nur zur Belustigung "rausgehauen" wird.
Dass damit viele ehrenamtlichen Helfer sich auf den "Schlips getreten" fühlen, ist bei nüchterner Betrachtung eigentlich selbstverständlich.

Auch wenn das ein sehr heißes Thema ist, darf es nicht tabuisiert werden.

Dieses Thema ist recht ausführlich auf externer Link Wikipedia behandelt.

In Kürze auf den Punkt gebracht hat es aber der Psychologe Frank Finke aus Schopfheim in einem Interview der Sonntagszeitung:

SZ: Gibt es das häufiger, dass Feuerwehrmänner Brände legen?

FRANK M. FINKE: "Nun, unter Psychologen werden Sie Menschen finden, die einen Knacks haben,
unter Chirurgen werden Sie Menschen finden, die Sadisten sind.
Daher denke ich, einen Pyromanen finden Sie logischerweise unter Feuerwehrleuten."

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Feuerwehr = Feierwehr ?

Eine in der Gesellschaft fest eingebrannte Meinung. Natürlich wird bei der Freiwilligen Feuerwehr im Anschluss an die verrichtete Arbeit auch schon mal ein Bier getrunken.

Jedoch wird bei der Feuerwehr immer darauf geachtet das genügend Personal alkoholfrei ist, um bei einem Einsatz diesen auch wahrnehmen zu können.

Bei Feierlichkeiten wie Hochzeiten eines Kameraden oder einfach einem Grillabend sowie einem "Tag der offenen Tür" werden Einsatz- oder Alarmgruppen vorher bestimmt.

Diese verlässt dann im Einsatzfall das Fest um dem Alarm nach zu kommen.

Sollte eine Feuerwehr z.B. wegen einer Weihnachtsfeier einmal nicht einsatzbereit sein, so wird im Vorwege die Nachbarfeuerwehr und die Leitstelle informiert.

In dieser Zeit wird der Brandschutz dann von den Kollegen von "nebenan" übernommen. Dies ist dadurch möglich, da die Feuerwehren in Lübeck häufig nur wenige Kilometer von einander entfernt liegen, und die Berufsfeuerwehr eh zum Einsatzobjekt mitfährt. Die geforderten Hilfsfristen sind also noch immer gewahrt!

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"Blaulicht-Missbrauch" für rote Ampeln ?

Bestimmt haben Sie schon öfter gesehen wie ein Fahrzeug der Feuerwehr, des Rettungsdienstes oder der Polizei mit Blaulicht über eine rote Ampel gefahren ist.

Ab und zu haben Sie dann aber gesehen, dass "diese Scherzbolde" kurz nach der Ampel auf einmal das Blaulicht ausgeschaltet haben. -ERWISCHT ! - haben Sie gedacht, nicht wahr?

Dieses Verhalten ist jedoch keine Taktik um lästige Wartezeiten zu umgehen.

Denn oft ist die Lage an der Einsatzstelle zunächst nicht richtig bekannt. Und bis die ersten Einsatzkräfte ein genaues Lagebild an die Leitstelle durchgeben, wird erst einmal vom schlimmsten ausgegangen.

Die Einsatzkräfte die noch auf der Anfahrt zum Einsatzort sind, werden dann unter Umständen aufgefordert die Einsatzfahrt abzubrechen, da die Schadenslage doch nicht so viel Personal und Gerät erfordert wie ursprünglich befürchtet.

In so einem Fall lautet die Meldung "Keine weiteren Kräfte mehr benötigt!" und das Blaulicht sowie das Einsatzhorn werden ausgeschaltet.

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Warum stehen so viele Dienstfahrzeuge beim Imbiss oder Supermarkt ?

Die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr versehen, je nach Schicht, bis zu 24 Stunden ihren Dienst auf Wache oder beim Einsatz.

Da Feuerwehrleute auch Menschen sind müssen diese auch während der Dienstzeiten essen und trinken. Zwar wird das Essen auf den jeweiligen Wachen zubereitet, jedoch müssen die Zutaten dafür ja auch erst einmal gekauft werden.

Des weiteren lassen sich Einsätze naturgemäß nicht planen, und so kann es vorkommen dass kurz vor bzw. während des gemeinsamen Essens ein Einsatz die Kräfte vom Essen abhält. In diesem Fall versorgt sich die abgerufene Einheit nach dem Einsatz mit z.B. Fastfood selbst.

Ähnlich ist es bei den Freiwilligen Feuerwehren, denn zu einer gut funktionierenden Gemeinschaft gehört auch sich mit den Kameraden austauschen zu können.

Dafür bietet sich natürlich ein gemeinsamer Grillabend oder der Besuch einer Eisdiele an.

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Muss die Übung ausgerechnet bei mir vor der Haustür sein ?

Wir bemühen uns die Übungen so durchzuführen, dass niemand belästigt oder gestört wird.

Jedoch muss man bedenken dass hin und wieder Übungen in bewohntem Gebiet nicht zu vermeiden sind, da wir im Einsatzfall mit den Gegebenheiten einer "städtischen Bebauung" zu Recht kommen müssen.

Niemandem wäre geholfen wenn die Feuerwehr immer auf eine Wiese außerhalb etwas Wasser versprühen würde. Die Einsatzkräfte müssen im Realfall ja auch nur selten einfach Wasser versprühen, sondern sich z.B. bei "null Sicht" innerhalb eines Wohnhauses zurecht finden. Die Kräfte außerhalb des Gebäudes müssen trotz dem laufenden Verkehr und der Anwesenheit von Zuschauern (Umgangssprachlich "Gaffer") den Hydranten finden und in betrieb nehmen.

Ganz nebenbei merken sich viele Feuerwehrleute die Lage der Hydranten wenn sie in einem Gebiet üben.
Dieses Wissen kann in einem Ernstfall wichtige Zeit sparen.

All diese Faktoren machen Übungen in bewohntem Gebiet unabdingbar.

Sollten Sie der Meinung sein das eine Feuerwehr zu häufig bei ihnen übt, so können Sie gern einen der Verantwortlichen vor Ort ansprechen. Sie können sicher sein, dass derartige Kritik nicht negativ aufgenommen wird, sondern Ihr Anliegen bei uns auf offene Ohren trifft.

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Frauen in der Feuerwehr - oder doch alles Männersache ?

Frauen sind bei der Feuerwehr gern gesehen. Nicht, um nur den lästigen Abwasch zu machen oder andere Klischees zu erfüllen.

Zur Zeit versehen 2 Frauen ihren Dienst bei uns. Sie werden wie jedes andere Mitglied auch zu allen Tätigkeiten eingesetzt für die sie die Ausbildung oder Eignung haben.

Es stimmt wohl das es Frauen in so einem "Männerhaufen" nicht einfach haben, schon wegen der derben Sprüche die dann und wann in den Raum geworfen werden.

Die Frauen die sich jedoch nicht von dem vorherrschenden Klischee abschrecken lassen, dass Feuerwehr ein reines Männerhobby sei, werden bald feststellen, dass auch die "ganzen Kerle" ihre anderen Seiten haben.

Man könnte auch sagen das Frauen in der Feuerwehr ein wenig Sitte und Ordnung allein durch ihre Anwesenheit verbreiten.

Die Sorge sich nicht zu Recht zu finden oder die Aussage "Ich habe ja keine Ahnung von Feuerwehr!" sind im Grunde unberechtigt. Denn ein jeder Feuerwehrmann hat mal klein angefangen und von der "Materie Feuerwehr" nichts gewusst.

Eine Feuerwehrfrau sollte sich bewusst sein, dass sie mit allen Vorteilen der Gleichberechtigung aber auch mit allen Nachteilen dieser konfrontiert werden kann. Ein "Sonst breche ich mir ja den Nagel ab!" hat bei einer Organisation die Leben retten will nichts verloren.

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Welche Vorraussetzungen gibt es für einen Feuerwehrmann ?

"Ein Feuerwehrmann muss Körperlich und geistig in der Lage ... sein." so lautet der Text in Amtsdeutsch.

Was das jetzt genau bedeutet ist nicht definiert. Ob man für den Dienst bei der Feuerwehr tauglich ist, weiß man vermutlich erst wenn man es probiert hat. So hat es schon Leute gegeben die zwar von Berufswegen Tiere zerlegt haben, beim Anblick eines Verletzten jedoch erstarrt und ohne jegliche Handlungsfähigkeit da standen.

Auch die Frage ob jemand mit dem "ständigen Druck" eines möglichen Einsatzes leben kann ist eine Frage die sich nur selten im Vorfeld klären lässt.

Höhenangst, Raumangst oder leichte Formen von Asthma sind sicherlich nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, tun aber dem Dienst keinen Abbruch. Wenn der Mannschaft die gegenseitigen Schwächen bekannt sind, kann problemlos darauf Rücksicht genommen werden.

So wird z.B. niemand mit Höhenangst 23 Meter hoch auf eine Drehleiter geschickt werden oder gezwungen werden sich abzuseilen.

Wer von sich also behauptet seine 7 Sinne beisammen zu haben und nicht mit schweren Gebrechen zu kämpfen hat, der ist herzlich eingeladen sich den ein oder anderen Dienst unverbindlich anzuschauen.

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Ich höre keine Sirene bei uns im Ort, gibt es hier keine Einsätze ?

Das Thema der Sirene ist eine reine Geld- und Technikfrage.

In vielen ländlichen Gebieten ist die Sirene noch das Alarmierungsmittel schlecht hin. Jedoch im städtischen Bereich, in dem der Klang der Sirene im Hafen- oder Straßenlärm einfach nicht auszumachen wäre, sind so genannte "Pieper oder Piepser" im Einsatz.

Noch lange nach dem Krieg waren die Sirenen auch in Lübeck im Einsatz. Allmählich wurde dann auf FME, Funkmeldeempfänger, umgestellt. Mit diesen war man jetzt in der Lage auch bei schlechten Geräuschverhältnissen die Einsatzkräfte sicher zu alarmieren.
 
Zusätzlich zu dem Alarmieren als solches konnte auch eine Kurze Lage von der Leitstelle an die alarmierten Kräfte gegeben werden. Diese Durchsage beinhaltete häufig auch den Einsatzort, so dass sich die alarmierten Kräfte schon mal grob ausmalen konnten was auf sie zukommen würde.
Funkmeldeempfänger

Die heutige Generation der Meldeempfänger heißt DME, Digitaler Meldeempfänger.

Hier wird zwischen zwei Baustufen unterschieden DME 1 -> Nurton - Empfänger und DME 2 -> Freitext Melder.

Die DME 1 in Lübeck sind Melder der Firma Motorola. "Firestorm 1" bzw der Nachfolger "Firestorm 2".
Während der Firestorm 1 nur sagt das Einsatz ist oder gewesen ist kann der Firestorm 2 dem Benutzer auch mitteilen wann der Einsatz war. So kann der Feuerwehrmann entscheiden ob es noch Sinn macht zu dem Alarm zu erscheinen oder ob das Geschehen schon Stunden her ist.

DME Firestorm 1 und 2 DME Scriptor LX2

Die Melder der Baustufe 2 sind bei den Feuerwehren "Motorola Scriptor LX2" und dessen Nachfolger "Scriptor LX2 plus"

Hier kann der Benutzer die vom Leitstellen Rechner übermittelten "Freitexte" lesen und hat somit vorab Informationen über das "Wo?" und "Was?".

Im Fazit: Wenn im Ort keine Sirene zu hören ist, heißt es nicht zwangsläufig dass die Feuerwehr nichts zu tun hat.

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Wie häufig brennt es eigentlich ?

Im Jahr 2005 waren 36 von 84 Einsätze tatsächlich Feuer das entspricht knapp 43%, die Fehlalarme mal ausgenommen. Mit den gemeldeten Feuern oder Verdacht auf Feuer ohne dass wirklich etwas gebrannt hat sind wir bei knapp über 50%.

Es ist bei vielen Feuerwehren so dass die Zahl der "klassischen Feuer" sinkt während die Zahl der Hilfeleistungen steigt

Dies hängt einerseits mit dem immer besser werdenden Brandschutz zusammen, andererseits steigt die Zahl der überschwemmten Keller und gestürzten Bäume stetig.

Die enormen Wetterumschwünge der letzten Jahre haben das Einsatzbild stark geprägt.

Glücklicherweise ist die Zahl der Verkehrsunfälle in unserem Ausrückebereich in den letzten Jahren stark gesunken, so dass wir sagen können dass die Verkehrsicherheit zunimmt.

Falls die Frage jedoch so gemeint war, wie oft wir denn zu Einsätzen ausrücken, so ist die Antwort am einfachsten mit dieser Grafik zu sagen.
Sie zeigt die Einsatzzahlen der letzten 10 Jahre:

Einsatzstatistik - 2005 = 84 Einsätze

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Was war der schlimmste Einsatz bisher ?

Schwer zu sagen was der schlimmste Einsatz war. Denn für jede Einsatzkraft stellt sich die Lage etwas anders dar.

Für den einen war ein Verkehrsunfall der schlimmste, für einen anderen ein Brandeinsatz mit Verletzten.
Es kommt für jeden auch darauf an, an welcher Position er an dem Einsatz beteiligt war.
So ist ein Verkehrunfall für die Einsatzkraft am wenigsten belastend, wenn er nur die Straße abgesperrt hat. Für eine andere Einsatzkraft kann genau dieser Einsatz sehr dramatisch verlaufen sein.

Allgemein zustimmend kann man sagen das Einsätze mit verletzten oder getöteten Kindern den Einsatzkräften am ehesten ans Herz gehen.

Ein trauriger Punkt im Leben vieler Lübecker Feuerwehrleute war wohl der Brand im Asylbewerberheim in der neuen Hafenstraße, vor 10 Jahren am 18. Januar 1996. Diese Tragödie ging nicht nur durch die gesamte Republik sondern um die ganze Welt.

Erschütternde Bilanz dieses Brandes: 10 Tote davon 7 Kinder, 3 Erwachsene und 38 Verletzte.

Umgekippte DrehleiterGebäude im Vollbrand

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In der Straße auf der ich fahre ist ein Einsatz in gang, darf ich dennoch durchfahren ?

Das hängt ganz stark von den Gegebenheiten vor Ort ab. In der Regel stellen wir unsere Fahrzeuge so auf, dass zumindest einspurig an der Einsatzstelle vorbei gefahren werden kann.

Ist es jedoch nicht anders möglich, so bleiben wir auf der Straße stehen, und der fließende Verkehr muss warten oder sich einen anderen Weg suchen.

Sofern die Polizei vor Ort ist übernimmt die die Regelung des Verkehrs und eventueller Umleitungen. Aber auch Handzeichen von Feuerwehrkräften sollte Folge geleistet werden.
Denn sie haben einen Überblick über die Lage.

Auf keinen Fall jedoch sollten Sie an der Einsatzstelle parken um zu sehen was denn nun los ist.
Wenn Ihr Interesse derart geweckt sein sollte, seien Sie bitte so vernünftig und stellen Ihr Fahrzeug nach der nächsten Kreuzung o.ä. in eine reguläre Parklücke.

Das letzte was die Rettungskräfte in so einem Fall vor Ort brauchen, ist ein Verkehrschaos wodurch weitere eintreffende Kräfte aber auch abfahrende Fahrzeuge, wie Rettungswagen, am Fortkommen gehindert werden.

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Wie lange halten die Atemluftflaschen auf dem Rücken der Einsatzkräfte ?

Als erstes muss man sagen das es sich hierbei nicht um Sauerstoff sondern um Pressluft handelt.
Ganz normale Luft, etwas gefiltert und gereinigt wird in diese Druckflaschen gefüllt.

Diese Luft wird mit 300 bar (200 bar alte Zweiflaschengeräte) in die Behälter gepresst. Das bedeutet das in einer 6 Liter Flasche rechnerisch 1800 Liter Luft sind.

Um jetzt aber von dem mathematisch - technischen abzusehen, kann man sagen, dass man in etwa 30 Minuten mit dem Luftvorrat arbeiten kann.
Die Zeitpanne ist natürlich von vielen anderen Faktoren abhängig. Z.B.: Trainingszustand, Körpergröße- und Gewicht des Feuerwehrmannes.

Entscheidend ist auch welche Art von Arbeit verrichtet wird. Hat man körperlich anstrengende Dinge zu erledigen verbraucht man mehr Luft als wenn man an einer Stelle steht und sich nur wenig bewegt.
Ein Einsatz in einem so genannten Chemieschutzanzug oder Hitzeschutzanzug verkürzt die Arbeitszeit ebenfalls.

All diese Faktoren sind zu beachten.

Damit niemand auf einmal ohne Luft da steht sind an den Atemschutzgeräten so genannte Druckwarneinrichtungen angebracht, die ansprechen wenn der Flaschendruck unter 50 Bar fällt.
Auch wird eine Atemschutzüberwachung an der Einsatzstelle eingerichtet. Dieser Feuerwehrmann notiert auf Formblättern Namen, Funkrufnamen und andere Einsatzdetails und ist regelmäßig mit den Atemschutztrupp in Funkkontakt. Auf diese Weise ist der arbeitende Trupp unter zusätzlicher Beobachtung und wird rechtzeitig darauf hingewiesen das Brandobjekt zu verlassen, bevor eine Luftknappheit entsteht.

Wie oben kurz erwähnt, gelten erst einmal 30 Minuten als Grundsatz von denen je nach Einsatzlage abgewichen werden kann/muss.

Atemschutzüberwachungstafel

Feuerwehrmann mit Atemschutzgerät
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Kann man die einzelnen Autos am Martinshorn unterscheiden ?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Generell kann man aber sagen dass die teilweise unterschiedlich Klingenden Einsatzhörner nichts über das Fahrzeug oder die Fahrzeugart aussagen.

Die verschiedenen Klänge kommen einfach daher, dass verschiedene Hersteller und verschiedenen Generationen der Einsatzhörner verwendet werden.
Auch sind verschiedene Techniken im Einsatz. So hat das originale Martinhorn (ohne s) einen unverwechselbaren Klang. Gleiches gilt für die Presslufthörner der Firma Fiamm. Diese beiden mittels Druckluftkompressor betriebenen Einsatzhörner werden obendrein als die lauteste Art der Einsatzhörner empfunden.

Mit einem geschulten Ohr und den Informationen welches Horn auf welchem Fahrzeug Verwendung findet, kann man häufig erraten um welches Fahrzeug es sich wohl handelt.

Außen Pressluft - innen ElektroFIAMM Presslufthorn

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Warum kommen die Fahrzeuge aus verschiedenen Richtungen zum Einsatzort ?

Das ist in gewisser Weise eine regionale Eigenheit somit kann hierbei nur für die Stadt Lübeck gesprochen werden.

In Lübeck, wie auch in allen anderen Regionen, regelt eine so genannte Alarm und Ausrückeordnung wer, wann, wo, mit welchen Fahrzeugen, zu welchen Ereignissen alarmiert wird.

In Lübeck gibt es die Parallelalarmierung tagsüber. Dies bedeutet dass tagsüber neben der zuständigen Freiwilligen Feuerwehr eine weitere Freiwillige Wehr alarmiert wird.
Des Weiteren werden in Lübeck die zuständigen Freiwilligen Wehren zeitgleich mit der zuständigen Berufsfeuerwehr Wache alarmiert.

Daraus ergibt sich häufig ein anderer Anfahrtsweg. Nehmen ein Beispiel in unserem Ausrückebezirk: "Kaufhof - Marli"
Wir, als zuständige FF, kommen aus Schlutup über die Schlutuper Str.
Tagsüber kommt die FF-Israelsdorf zur Unterstützung hinzu - Marlistr.
Außerdem kommt die BF Wache 2 aus Richtung "Behördenhochhaus" - Walderseestr.

An diesem Beispiel kann man ganz gut sehen, das 3 Feuerwehren aus 3 Richtungen zu demselben Feuer fahren.

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Warum steht immer einer am Fahrzeug und tut nichts ?

In diesem Fall handelt es sich vermutlich um den Maschinisten. Seine Aufgabe ist es einerseits das Fahrzeug zur Einsatzstelle zu fahren, an der Einsatzstelle dann ist er für die Geräte und Aggregate am Fahrzeug zuständig. Dieses schließt die im Fahrzeug eingebaute Pumpe mit ein. In den Abendstunden kommt dann noch die Ausleuchtung der Einsatzstelle mit dem am Fahrzeug montierten Lichtmast hinzu. Auch wird dem Maschinisten, je nach Lage, die Atemschutzüberwachung aufgetragen.

Es mag zwar auf den ersten Blick so aussehen als ob dieser Feuerwehrmann nicht arbeiten würde, in Wirklichkeit jedoch kommt er seiner Aufgabe nach und Überwacht die eingesetzten Aggregate und Geräte.

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Warum dauert es überhaupt so lange bis die Feuerwehr da ist ?

Das ist eine Frage die sich jeder schon mal gestellt hat, wenn er die Feuerwehr, die Polizei, oder einen Rettungswagen gerufen hat.

In wirklichkeit dauert es gar nicht so lange bis die Helfer vor Ort sind.
Es vergehen nur wenige Minuten von Anruf bei der Leitstelle bis zu eintreffen der ersten Kräfte.

Um Ihnen einen Einblick zu geben was im Hintergrund eigentlich abläuft, ist hier der Ablauf in Stichpunkten erläutert.

Einige dieser Abläufe finden zeitgleich statt, daher ist die Einordnung in diese Zeitleiste nur als Anhaltspunkt zu verstehen !

Beispiel Freiwillige Feuerwehr:
Die Mitglieder der FF arbeiten oder
sitzen Zuhause beim Abendessen etc.
Notruf geht bei der Leitstelle ein
Einsatzkräfte werden alarmiert Zeitpunkt "Null" für
die FF
Die Mitglieder der FF lassen sprichwörtlich
"alles stehen und liegen"
Sie eilen zum Gerätehaus
mit dem Privatwagen oder zu Fuß
0-3 Minute
Sie ziehen ihre Alltagskleidung teilweise aus
und schlüpfen in die Einsatzschutzbekleidung
1-4 Minute
Das erste Fahrzeug wird besetzt
und bei der Leitstelle "Einsatzbereit" gemeldet 3-5 Minuten
Das Fahrzeug rückt zum Einsatzort aus
weitere Kräfte treffen an Gerätehaus ein ca.5 Minuten
ziehen sich um, und melden das
nächste Fahrzeug "Einsatzbereit"
5-7 Minute
jetzt rückt das 2te Fahrzeug aus
Drittes Fahrzeug ist einsatzbereit
je nach Meldung des Anrufers wird die erste Rückmeldung
abgewartet ob auch dieses Fz. benötigt wird
7-9 Minute
Erste Kräfte treffen an der Einsatzstelle an ≤ 10 Minuten
Der Gruppenführer des ersten Fahrzeugs macht
sich ein Bild vom Ausmaß d. Unglücks
"Die Lage wird erkundet"
Rückmeldung an die Leitstelle
(Entscheidung ob weitere Kräfte durchfahren,
ausrücken oder die Alarmfahrt
abbrechen sollen.)
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Wer ist die Führungsperson an der Einsatzstelle ?

Auch dies ist eine regional sehr unterschiedlich zu beantwortende Frage.

In Lübeck trägt der Einsatzleiter einen Weißen Helm und hat eine Gelbe Weste mit der Aufschrift Einsatzleitung an.
Bei den Berufsfeuerwehren hat der Wachabteilungsleiter einen rötlichen Helm sowie eine Rote Weste an.
Bei den Freiwilligen Feuerwehren ist es auch eine Rote Weste für den Einheitenführer, außerdem gibt es die Rückenbeschriftungen "Wehrführung" für den Ortwehrführer sowie seinen Stellvertreter.

Die Einsatzleitung obliegt eigentlich dem erst-eintreffenden Gruppenführer, bis der ELD (Einsatzleitdienst) der BF die Einsatzleitung übernommen hat.
Die Gruppenführer der freiwilligen Feuerwehren geben "ihre Einsatzleitung" aber gern an einen Wachabteilungsleiter der BF ab, sobald dieser an der Einsatzstelle eintrifft.
Hintergrund hierbei ist die Einsatzerfahrung, die bei den Berufsfeuerwehren häufig höher ist als bei den Freiwilligen.

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Ist der Rettungswagen von der Feuerwehr ?

Wieder einmal regional abhängig.
Es stimmt aber das der Rettungsdienst in Lübeck hauptsächlich der Berufsfeuerwehr aufgetragen wurde.
Aus diesem Grund sind die in Lübeck tätigen Berufsfeuerwehrmänner auch ausgebildete Rettungsassistenten.

Die Hilfsorganisationen ASB (Arbeiter Samariter Bund), JUH (Johanniter Unfall Hilfe) und das DRK (Deutsches Rotes Kreuz) sind dadurch aber nicht untätig, sondern in das "Tagesgeschäft - Rettungsdienst" voll eingebunden.

So ist einige Rettungswagen der Berufsfeuerwehr zum Beispiel vom ASB besetzt.
Auf anderen RTW leisten Johanniter ihren Dienst. Usw...

Die hervorragende Zusammenarbeit spiegelt sich in den in einander greifenden Alarmplänen und sogar für jedermann sichtbar, in dem gemeinsamen Logo der Lübecker Hilfsorganisationen.

Logo - Rettungsdienst Hansestadt Lübeck

Es spiegelt die einheitliche Notrufnummer 112 wieder, unter der Sie, zu jeder Tages- und Nachtzeit, professionelle Hilfe bekommen.

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Zuletzt bearbeitet am 18.12.2006